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19. Jahrhundert
Vor dem für Dingolfing so unheilvollen Kriegsjahr 1743 befand sich stromab der Isarbrücke für arme, kranke Personen ein so genanntes Ländhaus. Dieses wurde von den französischen Truppen im Winter des gleichen Jahres niedergerissen; sie brauchten Holz für ihre Wachtfeuer.
Aufgemuntert durch den damaligen Stadtpfarrer Adam Mayer, beschlossen Rat und Gemeinden 1759 die Wiederherstellung eines Krankenhauses. Zu diesem Zweck gab die „römische“ Kaiserin, die Witwe Karl Albrechts (Karl VII.), 50 Gulden. Die Bürgerschaft brachte 100 Gulden zusammen, und später wurden noch weitere Vermächtnisse testiert.
Danach wurde das ehemalige Leprosenhaus in Höll zum neuen Krankenhaus bestimmt. Dieses Haus war aber für eine derartige Anstalt nicht wirklich geeignet, und so brachte 1786 die Stadtgemeinde das Haus Nr. 253 (heute Gasthaus „Zum Lamm“) um 855 Gulden als nächsten Krankenhausstandort käuflich an sich.
Bis zum Jahre 1819 hatte das Krankenhaus den Zweck, erkrankten Dienstboten von dingolfinger Bürgern „unentgeltlichen“ Aufenthalt und „Wart“ bis zur Wiedergenesung zu gestatten. Die Kost mussten die Dienstherren reichen oder die Kranken selbst mussten diese kaufen. Genau so hatten sie auch die Kosten für Medikamente, eine Kur usw. selbst zu bestreiten.
Mit dem Jahre 1819 begann eine neue Epoche: die Gesellen und Dienstboten leisteten von jetzt an freiwillige Beiträge, wofür das Krankenhaus Arzt, Medizin, Kost und gegebenenfalls auch die Beerdigung bestritt.
Auch damals schon standen jedoch die geringen Einnahmen in keinem Verhältnis zu den Ausgaben. Deshalb wurden zur Abhilfe dieses Missstandes im Jahr 1839 Statuten für die Anstalt aufgestellt genehmigt. Der Krankenhaus-Fonds bezifferte sich bis zu diesem Jahre auf 1995 Gulden. Gegen die freiwillige monatliche Entrichtung von 9 Kreuzern konnten die in der Gemeinde Dingolfing bediensteten Gesellen und Dienstboten das Krankenhaus in Anspruch nehmen.
Der Bau des Distriktskrankenhauses
Die Erbauung von Distriktskrankenhäusern in andern Städten brachte allmählich auch im Bezirk Dingolfing diesen Plan zur Reife. Im Jahr 1857 wurde von der Distriktsplenarversammlung der Bau eines Ditriktskrankenhauses beschlossen, das mit dem Dingolfinger Lokalkrankenhaus vereinigt werden sollte.
Dem Magistrat wurde bedeutet, dass die Stadtgemeinde dadurch nur gewinnen könnte und nicht weiter mit finanziellen Defiziten kämpfen müsse. Außerdem konnte auf diese Weise die Krankenpflege durch Barmherzige Schwestern übernommen werden. Die Stadtgemeinde behielt sich damals ausdrücklich ihre Rechte hinsichtlich der Kapitalien sowie des Erlöses aus dem Gebäude und den Einrichtungen vor.
Als Bauplätze kamen in Frage: der ärarische Getreidespeicher (heutiges Knabenschulhaus), der Acker des Josef Huber außerhalb des Franziskanerklosters und der Unterholzner-Garten am Berg.
Schließlich entschloss man sich zum Ankauf des Huber´schen Ackers für 1175 Gulden, weil dieser Bauplatz „hoch und luftig liege, zur Gartenanlage den nötigen Raum biete, weil ferner das nahe Franziskanerkloster das für den täglichen Gottesdienst und den geistlichen Beistand der Kranken zu sorgen vermöge“.
Für den Bau des Distriktskrankenhauses wurde am 25. Juli 1859 feierlich der Grundstein gelegt. Die Einweihung des neuen Distriktskrankenhauses fand in entsprechender feierlicher Weise am 28. November 1860 statt.
Am gleichen Tage wurde die Anstalt an die Barmherzigen Schwestern übergeben, von denen zunächst drei und ab 1864 vier ihren schweren Dienst taten.
